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Pass op! Do rüchs ald noh d’r Schöpp!

Ich übersetze das jetzt mal für die Allgemeinheit, die kein Kölsch kann:

Pass auf! Du riechst schon nach der Schaufel! (Was auch immer das bedeuten soll).

Der einzige Satz, den ich auf Kölsch kann. Hat ewig gedauert bis ich ihn richtig aussprechen konnte und muss ihn alljährlich zur Karnevalszeit auffrischen. Damit fange ich schon Wochen vor dem 11.11. an, damit er auch ordentlich sitzt.

Karneval ist Ausnahmezustand in Köln. Und obwohl ich ganz genau weiß ab wann ich die Stadt großräumig umfahren muss, vergesse ich es jedes Jahr.

So wie gestern! Nichtsahnend treffe ich mich mit meinen Mädels zum Mädelsabend.

Mein Sohn lacht sich schimmelig: Mädchenabend! „Was soll das sein in eurem Alter?“, fragt er. „Sitzt ihr da mit euren abgehalfterten Barbies und spielt am Ken rum?“.

Ich habe keine Ahnung woher er diese fiesen Gedanken hat. Von mir nicht! Richtig böse.

Bei unseren Treffen spielt das Essen eine untergeordnete Rolle. Wir brauchen einfach einen Grund um über Männer (wenn vorhanden), Sex (wenn vorhanden) und Klamotten (sind vorhanden) zu quatschen. Ein Geschnatter ist das! Das totale Durcheinander. Tinnitus vorprogrammiert.

19 Uhr. Ab ins Restaurant. Auf den High Heels sahen wir aus, wie ne Truppe Hüftgeschädigter kurz vor der erlösenden OP. In Köln ist die Hölle los. Kack Karneval! Kack Verkleidung. Da weiß man nie so genau, ob es eine Maske ist oder ob das so gehört. Wir kämpften uns durch die grölende Menge. Ich war schon kurz vorm Aufgeben. Gestützt von meiner Freundin erreichten wir dann doch noch unser Ziel. Beim „Pepe“ dröhnt aus den Lautsprechern: „mer sind jekumme um zu fiere“…. oder so. Ich brauchte einen Dolmetscher. Oder einen Shot. Besser zwei. Meine Freundin übersetzte: „Wir sind gekommen um zu feiern.“ Oha! Und ich dachte immer, das -fiere-, -frieren- bedeutet. Schon wieder was gelernt.

Nach 10 Minuten war unser Tisch voll mit leeren Shot Gläsern. Keine von uns wusste, woher die alle kamen. Egal! Runter damit. Ist doch Karneval 😉 . Nach weiteren Shots wurde die Stimmung schon sehr ausgelassen. Die Kerle waren schnell zur Stelle und baggerten was das Zeug hält. Entweder es lag am Licht oder am Pegel der Jungs. Oder wir sahen, trotz unseres vorgerückten Alters in den Super-Stretch-Super-Skinny-Leder-Leggings gar nicht so übel aus. Betrunkene Kerle sind schon was feines. Für die Dauer von 10 Minuten. Betrunkene Frauen haben eine kürzere Halbwertzeit. Und bevor uns noch die letzte Gehirnzelle entglitt verließen wir hüpfend das Lokal. Alkohol scheint auch Hüftbeschwerden zu heilen. Sehr geil!

Mein neuer Mr. Right holte mich ab. Ich schämte mich in Grund und Boden ob der Fahne, die ich da ausatmete. Da musste ich jetzt durch. Hilft alles nix.

Und plötzlich kam mir der Satz wieder in den Sinn:

„Pass auf! Du riechst schon nach der Schaufel“…. die er in den Boden rammt, wenn ich ihm ins Auto kotze, ergänzte ich innerlich. (Ist meiner Cousine mal passiert. Und plötzlich stand der noch neue Cayenne ihres Freundes, bestückt mit 300 Duftbäumchen zum Verkauf).

Ich schluckte. DAS ist wahre Liebe.

XOXO euer BlonderKracher