Schuhe! Schuhe gehen immer!

Mein Trümmerhaufen von Körper unterliegt einem ständigen Wandel. Kaum hab ich die Ruinen zu einem, mehr oder weniger vorzeigbaren Ganzen zusammengepfercht (gerne mit der Miederwäsche von Triumph) schon gerät wieder alles außer Rand und Band. Der Verfall läßt sich augenscheinlich nicht aufhalten. Auch nicht mit 5 Sporteinheiten die Woche. Deshalb lasse ich es direkt bleiben. Da betrinke ich mich lieber. Klappt doch bei Männern auch ganz wunderbar. Die hab ich mir auch stets schöner oder wahlweise direkt ins Koma getrunken. Also! Wenn das mit den Kerlen klappt, dann muss es erst recht mit einem selbst klappen.

Das Experiment -Ich trinke mich schön- kann beginnen.

Ich hocke mich nackt vor den Wandspiegel. In der rechten Hand das Weinglas, in der linken die Flasche. Nach dem ersten Schluck sehe ich noch keinen Unterschied. Allerdings merke ich, dass diese Haltung nicht gerade vorteilhaft für meinen Bauch ist. Der hängt da im Wulst zwischen den Oberschenkeln. Als ob er sich da mal eben zum Ausruhen abgelegt hätte. Grauenvoll. Hocke ist nichts für zarte und sensible Gemüter mit Bauchansatz, stelle ich fest. Also setze ich mich hin. Rücken ganz gerade durchgestreckt. Schon besser. Ein zweiter Schluck muss her, sonst kann ich die Haltung nicht lange beibehalten. „Ach, was soll’s“, denke ich und exe das Glas. So nüchtern betrachtet hat das Experiment weitreichende Folgen. Hocken ist nichts für den Bauch und Sitzen für die Oberschenkel. Hatte ich schon immer diese Dellen? Ein zweites Glas muss her! Mir schwant Böses! Mit einer Flasche werde ich wohl nicht weit kommen. Zumindest nicht weit genug. „Und was ist, wenn ich es nicht schaffe mich schön zu trinken?“ denke ich laut. Gut! Der Wein wirkt. Ich führe Selbstgespräche. „Wenn ich es nicht schaffe, mich schön zu trinken, dann kaufe ich mir halt neue Schuhe. Schuhe gehen immer“, sage ich mit voller Hingabe zu meiner neuen Freundin gegenüber. Warum sitzt die so nackig hier rum? Ach, egal! Aber im Liegen.. Im Liegen geht es, dämmert es mir bevor ich einnicke.

Am nächsten Morgen erwache ich mit einem Schädel, groß wie ein Medizinball. Nach einer kurzen Schrecksekunde, erinnere ich mich wie ich zu dieser Ehre komme. Ein Blick in den Spiegel. Ich sehe aus, wie nach einem Schlaganfall. Das Experiment muss ich als gescheitert ansehen. Dafür habe ich eine neue Freundin 😉 .

Bevor mich tiefste Depressionen überkommen packe ich die restlichen Trümmer meines Selbstvertrauens zusammen und fahre in die Stadt. Wenn ich es schon nicht schaffe, mich selbst schön zu trinken, dann müssen neue Schuhe her. Schuhe gehen immer! Im Schuhladen meines Herzens gehe ich auf die Jagd und werde schnell fündig. Ich entdecke die schönsten Stilettos der Welt. Größe 38 ist vorhanden. Voller Vorfreude steige ich hinein. Um kurz danach in Tränen auszubrechen. Die Schuhe passen nicht! Sie sind zu klein. Durch einen Schleier aus verlaufender Mascara betrachte ich meine Füße. Führen die jetzt auch ein Eigenleben? Sind die gewachsen? Wird jetzt alles an mir breiter und dicker und größer? Auf den Schreck muss ich erst mal ein Prosecco trinken. Oder eine Flasche…

Aber meine Ohren… Die sind schön! Die setzen kein Gramm Fett an 😉 .

XOXO euer BlonderKracher

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