GEDULD! Du kannst mich mal!

Wieso wird Geduld als eine Tugend angesehen?

Der Zug hat eine halbe Stunde Verspätung, mal wieder ist nur eine Kasse im Supermarkt offen und in der Hotline wartet man schon seit 32:45 Minuten bei grausamster Foltermusik. Und wenn man dann ausrastet, heisst es ganz lapidar: „Du musst etwas geduldiger werden“, gesprochen in einem Ton, der ungeduldiger nicht sein könnte. Da krieg ich einen mittelmäßigen Tobsuchtsanfall!

Ich bin situationsbedingt mal geduldig oder ungeduldig. Ich habe keine Geduld mehr mit Menschen, die mir sehr schlaue, pseudo-psychologische Ratschläge erteilen, ohne mich vorher gefragt zu haben, ob ich sie überhaupt hören will. Meistens sind es eh Menschen, die ihre Sprüche aus Glückskeksen entnehmen um sie dann, ungefiltert und ungefragt, unters Volk zu streuen. Ich habe keine Geduld für Menschen, die mir erklären, dass ich ganz sicher meinen Weg gehen werde oder jene, die mir erklären, dass ich alle Zeit der Welt habe. Es ist der Typus, der nicht mal einen Vornamen richtig schreiben kann, auch wenn er gerade vor seiner Nase steht. Oberflächlich bis zur Haarspitze, Forderungen stellend und selbst nichts leistend. Solche Typen kommen mir schon mal unter und es dauert eine Zeitlang bis ich kapiere, dass es keine netten Menschen sind. Herablassende Egoisten machen mich wütend. Da ist es vorbei mit Leichtigkeit und Geduld und Gelassenheit.

Mag sein, dass es arrogant klingt oder gar abwertend, aber meine Lebenszeit werde ich nicht mit solchen Menschen vergeuden. Das ganze Leben besteht aus Gegensätzen. Geben und Nehmen, Freude und Trauer, Höhen und Tiefen. Aber Geduld scheint eine Tugend zu sein und Ungeduld der mieseste Charakterzug, den ein Mensch haben kann. Ich frage mich, wo wir heute stehen würden, wenn es nicht auch die ungeduldigen und neugierigen Entdecker gegeben hätte. Wenn Kolumbus gesagt hätte: „He… Ich warte noch was ab. Es wird sich schon alles richten“, anstatt auf der Santa Maria einzuchecken und mal eben Amerika zu entdecken. Ungeduld bedeutet eben auch Bewegung, Drang nach Veränderung und nicht einfach blosses Ertragen.

So, und jetzt gehe ich mal ans Klavier um -Summertime Sadness- einzustudieren. Erst die rechte Hand, dann die linke, dann beide gemeinsam. Wenn das erst mal sitzt kommt das Pedal und später das richtige Tempo. Na, geht doch mit der Geduld… 😉 .

XOXO euer BlonderKracher

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Tirza Schaefer
Gast

Du hast völlig recht, das Geduld oder Ungeduld immer situationsbedingt eine Tugend – oder auch ein Manko – ist. Beim Hausaufgaben erklären hätte ich gerne mehr Geduld, aber in anderen Situation ist Abwarten und Tee trinken sicher nicht die beste Einstellung, denn von nichts kommt nichts! <3